Heu vs. Kraftfutter

Der Ort der Verdauung ist sehr entscheidend. Pferde sind Dickdarmverdauer und von Natur aus darauf ausgelegt sich rohfaserreich (Strukturkohlenhydrate, die u.a. in Gräsern stecken) zu ernähren.
 
Alles andere, wie Zucker, Stärke, Protein und Fett, wird und MUSS vorher verdaut werden. Hier sind Enzyme verantwortlich, die an den entsprechenden Stellen des Verdauungstrakt auf ihren Einsatz warten. Dass sie vor dem Dickdarm verdaut werden müssen, liegt einfach daran, dass die Bakterien es im Dickdarm schlichtweg nicht können. Sie können nur Strukturkohlenhydrate in Energie umwandeln.
 
Gelangen zum Beispiel Zucker und Stärke unverdaut in den Dickdarm, verschiebt sich hier der pH-Wert aufgrund einer Fehlgärung in einen unerwünschten/zu sauren Bereich.
 
Folge:
  • Dickdarm-Bakterien sterben ab
  • Toxine werden gebildet
  • Je nach Stärke können Stoffwechselstörungen von Kotwasser, Durchfall, über Kolik bis zur Hufrehe die Folge sein
 
Aber wann passiert das?
 
Leider ist es häufig die Folge zu hoher Kraftfuttermengen mit zu viel Zucker und Stärke. Die Mengen sind so hoch und die Verdauungskapazität leider begrenzt. Bei der Verdauung von Stärke entsteht zwar auch ein Teil flüchtiger Fettsäuren, aber aufgrund der begrenzten Menge nie so viele wie bei der täglichen Heufütterung. Dementsprechend ist Raufutter, im besten Falle Heu oder Gras, nicht nur der beste Energie-, sondern auch Wärmelieferant.
 
Der Dickdarm ist also wie ein Ofen fürs Pferd!
Tags: Wissen

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