"back to the roots"

"back to the roots"

Das Pferd ist ein Steppen-, Herden- und Fluchttier. Das sind drei goldene Aspekte, die jeder Pferdemensch beherzigen sollte. Die Tatsache, dass Pferde nach wie vor Herden- und Fluchttiere sind, ist kaum zu übersehen und zeigt sich deutlich in ihrem täglichen Verhalten. Wenn sie können, sind sie fast immer in Bewegung, pflegen Sozialkontakte, klären die Rangordnung und zeigen in bestimmten Situationen, dass ihr Fluchtinstinkt nach wie vor präsent ist. Doch welche Bedeutung hat die Bezeichnung des Pferdes als Steppentier für uns? Inwiefern unterscheidet sich die heutige Futteraufnahme von der vor hunderten von Jahren?

Laut wissenschaftlichen Untersuchungen hat sich der Verdauungstrakt trotz der äußerlichen Entwicklung des Pferdes nicht wirklich verändert. Das Pferd ist nach wie vor dazu gemacht viele kleine Portionen an rohfaserreichem Futter gleichmäßig über den Tag verteilt aufzunehmen. Dabei sollte das Pferd ständig in Bewegung sein.

Warum ist das so?

  • Pferde haben im Verhältnis zu ihrem Körper einen sehr kleinen Magen, der nur kleinere Portionen verdauen kann. Bei Warmblütern fasst der Magen ca. 15-20 Liter, bei Ponys nur ca. 8 Liter.
  • Der Magen produziert ständig Verdauungssäfte, die aufgrund ihres Säuregehalts über den Speichel neutralisiert werden müssen. Das funktioniert nur über eine regelmäßige Kautätigkeit, die natürlich an die Aufnahme von Rohfaser gekoppelt ist. Passiert das nicht, kann die Magensäure die Magen- und Darmschleimhäute reizen und zu Magenschleimhautentzündungen oder -geschwüren führen
  • Bewegung ist für eine funktionierende Verdauung unbedingt notwendig, da die Darmaktivität davon anhängig ist. Bei fehlender Bewegung können Koliken die Folge sein


Welche Auswirkungen hat Kraftfutter auf den Verdauungstrakt?

  • Die Kauaktivität ist deutlich vermindert und damit auch die Speichelproduktion. Der Magen-pH-Wert sinkt.
  • Fressdauer Kraftfutter vs. Heu
    • 1 kg Kraftfutter   = 10 Minuten
    • 1 kg Heu              = 40 Minuten
    • Bei der Verdauung von Kraftfutter arbeiten verdauungsuntypische Bakterien, die den Magen-pH-Wert absenken.
    • Der Kraftfutteranteil sollte aufgrund seiner Eigenschaften individuell angepasst werden
      • Es gilt der Grundsatz: So viel wie nötig, so wenig wie möglich
      • Denn wir wollen ja immer noch die Vorteile des Kraftfuttereinsatzes nutzen können
       
    Das heißt aber auch, Qualität vor Quantität. Je hochwertiger das Kraftfutter ist, desto weniger muss ich davon füttern.
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